Der Ride of Silence und die Ghostbikes

Der Ride of Silence ist eine stille Gedenkfahrt, die jährlich am dritten Mittwoch im Mai in vielen Städten weltweit stattfindet. Dabei wird öffentlich den im Straßenverkehr getöteten und schwer verletzten Radfahrenden gedacht. Auch in München ist diese Veranstaltung ein fester Bestandteil des Radkalenders.

Die Fahrt verläuft langsam und schweigend – ähnlich wie bei einer  Critical Mass –, aber mit klarem Fokus auf das Gedenken. Viele Teilnehmende tragen Weiß als Zeichen der Solidarität. Der Korso führt zu Unfallorten, an denen sogenannte Ghostbikes (weiß gestrichene Fahrräder) aufgestellt wurden. Dort wird jeweils eine Schweigeminute abgehalten.

Quelle: Wikipedia Ride of Silence

Organisation in München

In München wird der Ride of Silence seit vielen Jahren ehrenamtlich organisiert.
MunichWays ist regelmäßig an der Planung beteiligt. Frühere Ausrichter waren unter anderem die ÖDP und der ADFC. Seit 2023 liegt die Organisation beim Radentscheid München:

Ghostbikes in München

Ghostbikes erinnern dauerhaft an tragische Unfälle im Münchner Straßenverkehr. Sie stehen an den Orten, an denen Radfahrende ums Leben kamen, und machen auf die Notwendigkeit sicherer Infrastruktur aufmerksam.

Ghostbike in München

Vision Zero

Vision Zero ist das Leitbild einer Verkehrspolitik, bei der kein Mensch im Straßenverkehr getötet oder schwer verletzt werden soll. Der Ansatz stammt ursprünglich aus Schweden und verfolgt die Grundidee, dass menschliche Fehler niemals tödliche Folgen haben dürfen.

Im Mittelpunkt stehen deshalb sichere Straßen, sichere Kreuzungen, niedrigere Geschwindigkeiten und eine Infrastruktur, die Fehler verzeiht – besonders für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind.

Auch die Landeshauptstadt München verfolgt offiziell das Ziel „Vision Zero“. Trotzdem sterben in München weiterhin jedes Jahr Menschen im Straßenverkehr. In den letzten Jahren waren es im Durchschnitt etwa 16 getötete Menschen pro Jahr. Besonders tragisch ist, dass viele dieser Unfälle vermeidbar wären.

Die offiziellen Zahlen und Entwicklungen veröffentlicht die Stadt München hier:

Der Ride of Silence macht auf diese Schicksale aufmerksam und erinnert daran, dass hinter jeder Zahl ein Mensch steht: Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn oder Kolleginnen und Kollegen.

Ghostbikes und Gedenkfahrten sind deshalb nicht nur Orte der Erinnerung, sondern auch ein stiller Appell für sichere Straßen und eine Verkehrspolitik, die den Schutz von Menschen konsequent in den Mittelpunkt stellt.

Zu den wichtigsten Maßnahmen im Sinne von Vision Zero gehören unter anderem:

Der Ride of Silence erinnert jedes Jahr daran, dass Verkehrssicherheit nicht abstrakt ist – sondern Leben schützt.

Stimmen zum Ride of Silence

„Das Ghostbike erinnert mich jeden Tag daran, wie fragil unser Leben auf dem Rad ist – und wie wichtig es ist, dass sich etwas ändert.“
– Teilnehmerin des Ride of Silence München 2023

Schweigeminute am Ghostbike Prinzregentenstr. 2021-08
Aufstellung eines Ghostbikes in München