Umsetzung: Maßnahmen für ein durchgängiges Netz für Fuß- und Radverkehr
Ziel
Ein durchgängiges, sicheres und verständliches Netz für Fuß- und Radverkehr im gesamten Stadtgebiet.
Damit mehr Menschen ihre alltäglichen Wege zu Fuß und mit dem Rad sicher und selbstverständlich zurücklegen können.
Im Bestand bestehen zahlreiche Lücken, Qualitätsmängel und Orientierungsdefizite, die die Nutzung im Alltag erschweren – insbesondere für:
- Kinder (z. B. auf Schulwegen)
- ältere Menschen
- Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
- unsichere oder ungeübte Verkehrsteilnehmende
Diese Defizite führen dazu, dass vorhandene Wege nicht genutzt werden oder gemieden werden.
Priorität haben daher Maßnahmen, die bestehende Lücken schließen und die Nutzbarkeit unmittelbar verbessern.
1. Anordnungen
Maßnahmen im Bestand, die überwiegend über verkehrsrechtliche Anordnungen umgesetzt werden können.
1.1 Große Rad-Symbole (Piktogrammketten) – Lücken schließen
Einsatz auf Straßen ohne eigene Radinfrastruktur, insbesondere auf hoch belasteten oder als stressig wahrgenommenen Abschnitten.
Ziel / Nutzen:
- Schließen von Netzlücken mit hoher Priorität
- Erhöhung der subjektiven und objektiven Sicherheit
- bessere Lesbarkeit der Führung im Straßenraum
- Beitrag zur Reduzierung konfliktreicher Überholvorgänge
Einordnung:
Diese Abschnitte stellen häufig die entscheidenden Barrieren im Netz dar („schwächstes Glied“) und verhindern die Nutzung durch breite Bevölkerungsgruppen.
Umgang mit sog. „Schutzstreifen“:
Schmale, ungeschützte Schutzstreifen bieten häufig keine ausreichende Sicherheit und führen zu zu geringen Überholabständen.
In diesen Fällen sollen sie nicht weiter eingesetzt bzw. durch Piktogrammketten ersetzt werden.
Eine klare Führung im Mischverkehr durch große Rad-Symbole ist hier die nachvollziehbarere und sicherere Lösung.
1.2 Sicherheitstrennstreifen / Dooring-Schutzstreifen
Markierung eines ausreichenden Abstands zu parkenden Fahrzeugen.
Ziel / Nutzen:
- Reduktion von Dooring-Unfällen
- Verbesserung der Führung und Positionierung des Radverkehrs
- Erhöhung der Sicherheit insbesondere für Kinder und unsichere Fahrende
1.3 Ampelschaltungen für Fuß- und Radverkehr
Überprüfung und Anpassung bestehender Signalprogramme.
Ziel / Nutzen:
- Verbesserung der Querbarkeit für zu Fuß Gehende
- gleichmäßigere Berücksichtigung von Fuß- und Radverkehr
- Vermeidung unnötiger Wartezeiten
- Erhöhung der Akzeptanz und Regelbefolgung
Besonders relevant bei:
- Schulwegen
- stark frequentierten Querungen
- Verbindungen mit hoher Bedeutung im Alltagsnetz
1.4 Markierungen und Beschilderung zur Orientierung
Verbesserung der durchgängigen und intuitiven Wegeführung.
Maßnahmen:
- Richtungspfeile und Fahrrad-Symbole
- Markierungen an Knotenpunkten und Abzweigen
- Rotmarkierungen an Konfliktstellen
- klare und konsistente Beschilderung
Ziel / Nutzen:
- bessere Auffindbarkeit bestehender Routen
- Reduktion von Unsicherheiten und Fehlverhalten
- Unterstützung ortsunkundiger Personen
2. Kleine bis mittlere bauliche Maßnahmen
Maßnahmen zur Verbesserung von Sicherheit, Komfort und Barrierefreiheit im Bestand.
2.1 Ebene Wege und Querungen
Beseitigung von Bordsteinkanten, Unebenheiten und problematischen Übergängen.
Ziel / Nutzen:
- barrierearme Nutzung für alle
- mehr Sicherheit an Querungen
- bessere Befahrbarkeit (z. B. mit Anhängern, Kinderfahrrädern, Rollatoren)
2.2 Radwegenden schließen
Beseitigung abrupt endender Radverkehrsanlagen.
Problem:
Radwege enden häufig ohne sichere Weiterführung und zwingen zum Wechsel in unsichere Verkehrssituationen.
Ziel / Nutzen:
- durchgängige Führung im Netz
- Vermeidung von Konflikten beim Einfädeln
- Erhöhung der Sicherheit, insbesondere für unerfahrene Nutzende
2.3 Geschützte Radfahrstreifen (Protected Bikelanes)
Umgestaltung bestehender Fahrbahnen durch geschützte Führungsformen.
Ziel / Nutzen:
- deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit
- Reduktion von Konflikten mit Kfz-Verkehr
- geeignet für Hauptverbindungen und belastete Achsen
Potentielle Straßen: Agnes-Bernauer-Straße, Widenmayerstraße, Sonnenstraße, Kirchseeoner Straße, Prinzregentenstraße, Kapuzinerstraße, Plinganserstraße
Datengrundlage und Priorisierung
Die Maßnahmen basieren auf:
- systematischer Auswertung von OpenStreetMap-Daten
- kontinuierlichen Rückmeldungen aus der Bevölkerung
- eigenen Erhebungen und Kartierungen
Die Priorisierung erfolgt insbesondere nach:
- Bedeutung im Alltagsnetz
- Sicherheitsdefiziten
- Relevanz für Schulwege und besonders schutzbedürftige Gruppen
👉 Übersicht aller Karten und Prioritätenlisten
Leitgedanke
„Routen sind nur so attraktiv wie ihr schwächstes Glied.“
Links zu unseren Karten und Dokumenten
In unserer Übersicht findet ihr stets die wichtigsten Links zu unseren aktuellen Karten, Dokumenten und Prioritätenlisten. Hier könnt ihr euch schnell und einfach informieren:
Video „10 Maßnahmen die den Radverkehr sofort verbessern – günstig & schnell umsetzbar“ von Stadt Land Rad

Radwege-Routen sind nur so attraktiv wie ihr schwächstes Glied.
















