Bewertungskriterien für Radwege
Happy Bike Level – wie angenehm fährt sich eine Straße?
MunichWays bewertet Straßen und Radverbindungen danach, wie angenehm und stressfrei sie sich im Alltag mit dem Fahrrad fahren lassen.
Dafür verwenden wir das Happy Bike Level mit den Farben Grün, Gelb, Rot und Schwarz:
- Grün: entspannt und komfortabel
- Gelb: durchschnittlich, mit kleineren Einschränkungen
- Rot: stressig und deutlich verbesserungswürdig
- Schwarz: sehr stressig
- Grau: Planung oder Lücke im Radnetz
Die Bewertungen werden als offene Daten in OpenStreetMap gepflegt und können von Bürger*innen, Initiativen und Institutionen ergänzt und verbessert werden.
Neu: Aus diesen Bewertungen berechnet der MunichWays Radl-Komfort-Index, wie angenehm sich eine ganze Fahrradroute fahren lässt.
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👉 Direkt zum Radl-Komfort-Index
Für wen bewerten wir?
Unsere Bewertungen orientieren sich an Alltagsradler*innen aller Altersstufen – etwa auf dem Weg zu Kindergarten, Schule, Studium, Arbeit oder zum Einkaufen.
Eine einfache Leitfrage lautet:
Würdest du hier auch ein zwölfjähriges Kind oder eine 80-jährige Person mit dem Fahrrad fahren lassen?
Weniger im Mittelpunkt stehen spezielle Anforderungen von Rennradfahrten, Wochenendausflügen oder besonderen Wetter- und Nachtbedingungen.
Grün
Gemütlich und komfortabel, Radweg ist breit, sicher, ebener Untergrund
- Würdest Du deinen 12 jährigen Sohn oder deine 80 jährige Oma dort fahren lassen?
- Ist der Untergrund weitestgehend eben?
- Wirkt der Weg auf Nebenstraßen für ungeübte Radler*innen stressfrei oder ist der Radweg an einer viel befahrenen Straße ausreichend breit (mindestens 2,30 Meter) und sicher?
Wenn alle Fragen mit Ja beantwortet werden können, ist die Strecke grün, sonst mindestens gelb.
Qualitätskriterien für komfortable Radwege:
- wenige Stopps: keine Bettelampeln, gleichberechtigte Ampelschaltungen, Vorfahrt an Kfz-Nebenstraßen
- eben: Belag und Übergänge an Kreuzungen und Einfahrten sind weitestgehend eben
- stressfrei: wirkt weitgehend sicher und geschützt, eingefärbt, Dreiviertelinseln
- breit: Mindestbreite 2,30 Meter je Fahrtrichtung an vielbefahrenen Straßen
Gelb
Durchschnittlich, Radweg ist akzeptabel, verbesserungswürdig
Ist der Radweg mit kleineren Einschränkungen annehmbar?
Beispiele: Der Radweg ist sicher, aber der Untergrund ist uneben. Der Radweg ist breit und eben, aber verläuft ungeschützt auf der Fahrbahn bei wenig Kfz-Verkehr.
Rot
Stressig, Radweg ist sehr schmal, nicht komfortabel
Es gibt starke Einschränkungen bezüglich Sicherheit und Komfort.
Beispiele: Der Radweg ist zu schmal, liegt an einer lauten und stark befahrenen Straße, der Untergrund ist sehr uneben.
Schwarz
Sehr stressig, kein Radweg auf stark befahrenen Straßen.
Der Abschnitt ist nur für Mutige befahrbar, es fehlen Radwege auf stark befahrenen Straßen. Zum Teil auch schmale Radstreifen zwischen parkenden Autos und dem schnell fahrenden Kfz-Verkehr. Siehe radkolumne.de Moordstrookje (Mordstreifen)
Grau
Lücke im Netz, zum Beispiel eine fehlende Brücke oder Unterführung.
Planung, hier sollte im Rahmen der Verkehrsentwicklungsplanung ein Radweg geplant werden.
Die RadlVorrang-Strecke ist unterbrochen und nicht befahrbar. Es fehlen Radwege, eine Brücke oder eine Unterführung.
Radnetz Definitionen
Netz Kategorien im RadlVorrang-Netz München
Ausfüllbeispiel zum Download
So könnte die Beschreibung Deiner Straße aussehen. Melde uns Ergäzungen. https://t1p.de/rv-mustervorlage
Methodik
- Normalisierung > Validierung > Kategorisierung > Priorisierung
Freiburger Radverkehrskonzept 2020 (https://www.freiburg.de/pb/231552.html) - Unser Bewertungsschema entspricht dem Stress-Level LTS nach Mekuria et al. (2012)

Der MunichWays Radl-Komfort-Index
Wie angenehm ist eine ganze Fahrradroute?
Mit dem Happy Bike Level bewerten Radfahrer*innen einzelne Straßen und Radverbindungen danach, wie angenehm sie sich mit dem Fahrrad fahren lassen. Grün steht für entspannte Abschnitte, Gelb für durchschnittliche, Rot für stressige und Schwarz für sehr stressige Verbindungen.
Die Bewertungen werden als offene Daten in OpenStreetMap (OSM) gepflegt. Mitmachen können alle: Bürgerinnen ebenso wie Initiativen und Institutionen. In München hat MunichWays gemeinsam mit vielen Radfahrerinnen bereits einen großen Teil des Radnetzes bewertet.
Doch eine Fahrradroute besteht meistens aus vielen unterschiedlichen Abschnitten. Deshalb fasst der MunichWays Radl-Komfort-Index – kurz Komfort-Index – die Bewertungen einer ganzen Route zu einem leicht verständlichen Wert zusammen.
Der Komfort-Index reicht von 0 bis 100:
- 100 steht für eine durchgehend entspannte Route.
- Je niedriger der Wert, desto größer ist der Anteil stressiger Abschnitte.
- 0 steht für eine durchgehend sehr stressige Route.
Ein höherer Komfort-Index bedeutet also: Die Route lässt sich insgesamt entspannter mit dem Fahrrad fahren.
Nicht nur die Entfernung zählt
Die direkte Fahrradroute ist nicht automatisch die angenehmste. Eine etwas längere Strecke kann über ruhige Nebenstraßen, breite Radwege oder komfortable Fahrradverbindungen führen und dadurch deutlich entspannter sein.
Der Komfort-Index macht diesen Unterschied sichtbar. So können beispielsweise zwei Routen verglichen werden:
Empfohlene Route: 78/100
6,4 km · 22 Min.
Direkte Route: 59/100
5,7 km · 18 Min.

In diesem Beispiel benötigt die angenehmere Route zwar etwa vier Minuten länger, erreicht aber einen deutlich höheren Komfort-Index. Radfahrer*innen können damit selbst entscheiden, was ihnen gerade wichtiger ist: möglichst direkt oder möglichst entspannt ans Ziel zu kommen.
Wie wird der Komfort-Index berechnet?
Grundlage sind die in OpenStreetMap erfassten Bewertungen der Radverbindungen. Technisch werden diese über den OSM-Key class:bicycle abgebildet. Die Daten sind offen und können von der gesamten OSM-Community gepflegt und verbessert werden.
Für den Komfort-Index werden die Happy-Bike-Level in Werte übersetzt:
Grün – entspannt: 100
Gelb – durchschnittlich: 70
Rot – stressig: 35
Schwarz – sehr stressig: 0
Die Werte werden entsprechend der Länge der jeweiligen Abschnitte gewichtet. Ein längerer stressiger Abschnitt beeinflusst den Komfort-Index einer Route deshalb stärker als eine nur wenige Meter lange problematische Stelle.
Die Gewichtung wird anhand realer Routen getestet und weiterentwickelt.
Und wenn eine Strecke noch nicht bewertet ist?
Noch nicht alle Straßen und Wege sind in OpenStreetMap entsprechend bewertet. Solche Abschnitte werden bei der Berechnung des Komfort-Index nicht berücksichtigt.
Zusätzlich betrachten wir deshalb, wie groß der bewertete Anteil einer Route ist. Ist die Datenbasis zu gering, zeigen wir keinen möglicherweise irreführenden Komfort-Index an.
Damit gilt: Je vollständiger das Radnetz in OpenStreetMap bewertet ist, desto aussagekräftiger wird der Komfort-Index.
Die Bewertungen entstehen aus den Erfahrungen vieler Radfahrerinnen und orientieren sich am Alltagsradverkehr für unterschiedliche Altersgruppen. **Jeder kann mitmachen:** Wer Straßen und Radverbindungen in OpenStreetMap bewertet, hilft dabei, die Datengrundlage weiter zu verbessern – für bessere Karten und künftig auch für angenehmere Fahrradrouten.






